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Nun war sie also, die erste Probe als Gesamtschau. Ich (Georg) will mal hier ein paar Kommentare dazu reinsetzen.
Die Probe war lang und anstrengend – aber ihr habt auch durchgehalten und wenn wir uns dann immer noch besser zusammenreissen, dann wird es auch was!
Kritisch war die Probe besonders nach der Pause. Und besonders kritisch war der dritte Akt. Auch aus äusseren Umständen – zwei Schauspieler mussten schon früher weg (was uns bekannt war). Und wir fangen halt unsere Proben immer noch nicht pünktlich an!
Im dritten Akt wiederum besonders kritisch ist der dritte Teil, die Kammerszene. Manche von euch aus dem Zuschauerraum sagten, das ganze war ziemlich unverständlich. Ich kann das nur zu gut verstehen: So wie es in dieser Probe lief, kann man die Szene nicht verstehen. Aber wir müssen das so sehen, wie das Üben eines Instrumentes. Man muss manchmal langsam herangehen, das Gesamte lässt sich kaum erahnen. Und trotzdem wird es dann etwas das sich – in diesem Fall – hören lassen kann. Ich möchte euch erinnern, dass wir bei Proben dieser Szene schon ganz tolle Momente hatten, die uns dann zu einem Verständnis der Szene hinführen:
a) Obwohl es ein Abschalten und damit ein Tod ist, ist es ein total wohltuender Moment, wo die lärmende Maschine aufhört zu laufen und Ruhe einkehrt. Das ist ein Moment, des Nachdenkens, einer der duch den Wechsel von „Lärm“ und Ruhe sehr intensiv dargestellt werden kann. Darstellendes Spiel ist ja eben mehr als nur Text, den Zuschauerinnen und Zuschauern müssen wir auch die Freiheit lassen, ihre eigene Interpretation zu finden. Und ihr dürft nicht die Wirkung unterschätzen, wenn man etwas zum ersten Mal sieht.
b) Die Preisgeste am Ende, III.3.11 – zuvor alles nicht ganz klar auf der Buehne und dann etwa 30 Leute, die in einer Klarheit und Einfachheit in die Stille hinein Gesten machen. Ihr habt dies schon mal mit einer Anspannung rübergebracht, dass mir das Kribbeln gekommen ist. Allein aufgrund solcher Momente ist für manchen der Besuch eines Theaterstückes schon lohnend.
Zwei Beispiele, die meiner Meinung nach zeigen, dass die Kammerszene zu einem Höhepunkt des Theaterstückes werden kann. Gewiss kein einfacher Höhepunkt, sondern einer, der erarbeitet werden muss. Aber ich denke, dass die Anlagen drin sind und auch eure Talente eine eindrucksvolle Szene ermoeglichen können. Ihr dürft auch nicht vergessen, dass das, was wir euch sagen, was dahintersteckt nur Abbilder dessen sind, was wir uns gedacht haben, andere Möglichkeiten sind aber auch legitim. Der Matthias hat sein Stück aus der Hand gegeben, hat es uns anvertraut. Und ich sehe in jeder und jedem von euch – nicht immer, aber schon sehr oft – etwas aufblitzen von dem was mir möglich erscheint, dass wir rüberbringen koennen.
Ich will euch ermuntern mit Freude für unser Theaterstück zu werben – denn dies ist die Phase dafür! Jetzt Schwarz-zu-malen hilft nichts und ist auch falsch; denn durch euer Spiel, durch euer Singen schafft ihr es bereits jetzt etwas darzustellen. Es ist natürlich noch nicht aufführungsreif. Jedoch hoffe ich, dass ihr diese nun kommende Woche euch reinhängt, euch mal eure Szenen nochmal anschaut und dann wird es etwas werden! Ein Theaterprojekt der KJT, ein schwieriges, kompliziertes, auch ein Wagnis, aber die Herausforderung macht uns doch nur stärker, oder?
Ich hoffe obiges dient euch als Aufmunterung und Hoffnungszeichen in Hinblick auf die Aufführungen
Georg (persönliche Meinung ein paar Stunden nach der Probe)